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Bericht vom 20.12.2009
Künstlerportrait - Jeff Smart

Künstlerportrait
Jeff Smart – Der Comic-Agent auf gebreakter Mission
von Thamash

  
Manche nennen ihn den „Griechen“, andere nennen ihn spaßeshalber „Papa“, doch allen Dresdner Liebhabern der schnellen und gebrochen Beats dürfte er wohl als Jeff Smart bekannt sein. Die Rede ist von Konnie Papadopoulos, Drum'n'Bass-DJ, Location-Betreiber und Heimwerker-König, der mit dem Kingbeatz Club seit fast einer Dekade Füße zum Steppen und Achseln zum Schwitzen bringt. Zum 10 jährigen Bestehen seines Hauses plauderte er ein bisschen aus dem Nähkästchen über die Anfänge von Drum'n'Bass in der Landeshauptstadt, seinem Werdegang und die weitere Aussicht.

Thamash: Du kommst ja ursprünglich eher aus der Gangsta-Rap und HipHop-Szene. Wie und wann bist du das erste Mal mit dem gefährlichen Drum'n'Bass-Virus infiziert worden?

Jeff Smart: Uih, lang ist es her! Ende der 80er ging es mit Techno los. Drum'n'Bass gab es damals noch nicht und Jungle war auch noch nicht geboren. Es gab aber den klassischen Techno im 4/4-Takt und eben mit Beats, die eher gebrochen waren. Releases von Suburban Bass und anderen englischen Labels haben mich fasziniert. Der Rest ging dann wie von selbst.

Thamash: Und dann gleich Jungle-Platten kaufen gegangen und keine anderen mehr?
Jeff Smart: Tja,Plattenkaufen war damals gar nicht so einfach. Es gab nicht viele Läden in Deutschland, die einen mit diesem Sound versorgt haben. Wer derartige Musik haben wollte, musste die eine oder andere Reise auf sich nehmen: Mit dem leeren Platten-Case in den Flieger und ab zu Nicki Blackmarket nach London (Anm.: Blackmarket Record Store in Soho) und mit einem vollen Case zurück.







Thamash: Was hat dich überhaupt geritten, kurz nach der Wende in die neuen Bundesländer zu ziehen?
Jeff Smart: 1992 war ich das erste mal zu Besuch hier. Ich hab mich ein bisschen herumgetrieben, dabei viele Leute kennengelernt und einen Lifestyle erlebt, den ich so aus dem Westen nicht kannte. Daraufhin ging es zurück nach Braunschweig, ein LKW wurde gemietet, die Wohnung leer geräumt und ab nach Dresden. Das war der beste Move meines Lebens!

Thamash: Wie bist du eigentlich zu deinem kuriosen Namen gekommen? Jeff Smart ist doch eine italienische Comic-Figur und keine griechische?
Jeff Smart: Der Name war ein Joke bei unserer ersten Party. Das war `94 im Panzerhof. Da hab ich zusammen mit Adams (Anm.: Betreiber der Blacksheep-Läden in Dresden) die erste Jungle Party gemacht. Das war sehr lustig: 2 DJs und keinerlei Personal. Mal legte Adams auf und ich stand an der Kasse, dann tauschten wir die Plätze. Irgendwann kam einer während der Party und fragte, ob er die Bar machen könnte. Was uns ganz gut ins Konzept gepasst hat, da wir keine hatten. Bei der Party haben wir uns irgendwelche DJ-Namen gegeben. Ich entschied mich für Jeff Smart, "Agent auf geheimer Mission", und der Name ist halt hängen geblieben.

Thamash: War es Mitte der 90er sehr schwer, als Dresden noch eine echte Techno-Hochburg war, dich mit deinem Sound zu etablieren, oder hast du durch deine Zusammenarbeit mit DJ Terror von der ansässigen HipHop-Gemeinde, die ja eine grundsätzliche Breakbeat-Affinität besitzt, profitiert?
Jeff Smart: Die Technos haben uns damals schon belächelt. Hilfestellung gab es fast keine, worüber ich im Nachhinein auch froh bin, da dadurch unsere eigenen Partys erst entstanden sind. Wollten wir unsere Musik hören, mussten wir halt selber was auf die Beine stellen. Hip Hop und Drum'n'Bass gingen damals Hand in Hand, aber die Entwicklung im Hip Hop war dann nicht mehr so unser Ding. Das war einer der Gründe, warum wir uns dann nicht mehr mit dem Genre abgegeben haben, denn es gab zuviel Fäkal-Rap und Artists, die extreme Höhenflüge hatten. Das hat dann einfach keinen Spaß mehr gemacht.

Thamash: Ich erinnere mich, dass bei deiner ersten regelmäßigen Party-Reihe „Unity Of The Underground“ im Zerma auch immer ein bis zwei weitere Floors mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen organisiert waren, was aber später in deinem ersten eigenen Club nur noch selten der Fall war. Wodurch kam es zu der Beschränkung auf einen Style?
Jeff Smart: Anfangs haben wir auch auf der Strasse E und in der Lohrmannstraße 2 bis 3 Floors gemacht und das hat auch immer gut funktioniert. Leider ist „Copy & Paste“ in Dresden üblich. Konzepte werden kopiert und bis aufs Letzte ausgelutscht. Wir hatten einfach keinen Bock mehr darauf und haben uns dann aufs Wesentliche konzentriert: Drum'n'Bass!

Thamash: Haben dir deine Gast-Auftritte in den Neunzigerjahren bei „Stunde Null“, der legendären Radio-Show von Mad Max und Reick E auf NRJ, geholfen, den Sound auch einem breiteren Publikum zu präsentieren und ihn damit stärker in Sachsen und vorallem Dresden zu etablieren?
Jeff Smart: Darum ging es uns garnicht. Wir wollten schocken und das haben wir auch geschafft, sowohl bei den Hörern, als auch im Studio selbst. Wir sind mit 15 bis 20 Mann dort eingerückt. Alle waren total im Party-Modus, also ging es rein ins Studio, Bier raus, Weed raus und „Party on“! Die haben uns dort angeschaut, als wären wir Aliens von einem anderen Stern. Das war schon sehr lustig.



Thamash: Wie hast du Thomas Mann, den Betreiber des Strasse E-Komplexes, eigentlich vor nunmehr gut 10 Jahren davon überzeugen können, einen festen Club mit einer ja doch sehr speziellen musikalischen Ausrichtung in seinen Räumlichkeiten einrichten zu können.
Jeff Smart: Das war eigentlich nicht so schwer. Wirklich überzeugt haben wir erst im Nachhinein, als er gesehen hat, dass wir keine Laberbacken sind und alle Absprachen auch erfüllen. Eines möchte ich an dieser Stelle noch loswerden: Egal, was die Leute über die Strasse E oder den Herrn Mann erzählen, Thomas hat sich uns gegenüber immer loyal verhalten. Er hat uns auf der E den Rücken frei gehalten und unserer Sache eine reelle Chance gegeben.

Thamash: Du hattest ja ab 2004 noch ein zweites kleines Baby, das „Laboratorium“ auf der Lohrmannstraße. War das nur ein Experiment, wie der Name vermuten lässt, oder wird es so etwas mal wieder geben?
Jeff Smart: Tja, das ist auch so eine Geschichte. Wir haben diesen Laden wie die Trümmerfrauen mit unseren eigenen Händen gebaut, wochenlang Wände eingerissen, Steine abgeklopft, neue Wände gemauert, Bar und Dancefloor ausgebaut und Style reingebracht. Dann hat der Betreiber gewechselt und anstatt die völlig zerrödelten Räume der Lohrmanstrasse auch auf einen ordentlichen Stand zu bringen, wurde ohne mit uns Rücksprache zu halten, im Labor rumgedoktort. Da das unseren Vorstellungen nicht mehr entsprochen hat, wurde radikal gehandelt. Alles was unser war, kam wieder raus und das, was fest eingebaut war, wurde ohne
Kompromisse plattgemacht. Wir haben auch wieder was an den Start gebracht, aber halten uns bedeckt. Kaum einer kennt den Laden und die, die ihn kennen, behalten es für sich.

Thamash: Um deine Veranstaltungen möglichst abwechslungsreich zu machen, hast du ja sehr innovative Event-Formate, wie die Gameshow „The Wheel of DJs“ oder den Wettkampf „The Battlefield“ entwickelt. Sind im neuen Jahr auch neue Konzepte von euch zu erwarten?
Jeff Smart: „The Wheel of DJs“ war eigentlich als Verarsche zu den ganzen kommerziellen Event-Konzepte und dem "ich seh dich, du siehst mich"-Glanz & Glamour ausgerichtet. Die Party war so abgefahren, dass wir sie jedes Jahr im Mai wiederholen. Momentan sind wir dabei, zusammen mit www.doubled-town.de eine Newcomer Session auf die Beine zu stellen. Genaueres dazu wird in naher Zukunft bekannt gegeben.

Thamash: Neben dem Indoor-Betrieb machst du in den Sommermonaten auch auf dem Außengelände der Strasse E Openair-Partys. Sind auch mal wieder etwas naturverbundenere Events wie früher in Moritzburg für den Sommer geplant?
Jeff Smart: Friedewald war ein Glücksfall. Leider waren wir das letzte mal viel zu laut und das war es dann natürlich für uns. Wir haben den Anzeigenrekord wegen Ruhestörung aufgestellt. Gern würden wir dort wieder was machen, aber dürfen wir nicht mehr. Die Openair-Fläche der Strasse E ist aber auch bombig. Wir sind daher echt froh, dass wir diese nutzen dürfen.

Thamash: Siehst du am Horizont schon ein ruhiges, sesshaftes Leben mit Haus, Hund und Hanfplantage oder wirst du solange weitermachen, wie du Lust und Laune hast?

Jeff Smart: Haha, einen Hund? Nein, dann doch lieber einen Tiger. Vergiss es, ich werde weitermachen, wie gehabt.

Na dann wünsche ich weiterhin ein volles Haus und viele zufriedene Gäste!

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angemeldet seit: 26.08.2008
Beiträge: 19



Beitrag Verfasst am: 21.12.09 07:26   » zitieren  

Titel: -  
cool! sehr umfassende infos....und mit berichtigtem format gleich noch ein stück angenehmer zu lesen! :)


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Beiträge: 1969
aus: doubleD


Beitrag Verfasst am: 21.12.09 11:39   » zitieren  

Titel: -  
aLilBitFucha hat Folgendes geschrieben:
cool! sehr umfassende infos....und mit berichtigtem format gleich noch ein stück angenehmer zu lesen! :)
 


ja tut uns leid.

aber tmp hat die sache in die hand genommen  und nun sollten die gröbsten fehler behoben sein ;)


www.DoubleD-Town.de Dubstep, Breaks & Drum`N`Bass
www.KingBeatz.de
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Beitrag Verfasst am: 21.12.09 19:29   » zitieren  

Titel: -  
die ische auf dem bild sizt verkehrt herrum ;)


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Beitrag Verfasst am: 21.12.09 20:07   » zitieren  

Titel: -  
jeff smart hat Folgendes geschrieben:
die ische auf dem bild sizt verkehrt herrum ;)
 


aso, dachte schon das wäre DEIN zopf

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Beiträge: 3725
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Beitrag Verfasst am: 21.12.09 21:16   » zitieren  

Titel: -  
toxn sieht so nett aus auf dem bild

ab sofort doubled-town shirts verfügbar!

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Beitrag Verfasst am: 22.12.09 00:18   » zitieren  

Titel: -  
... hähähä, ich verkneif mir den kommentar

aber ansonsten: interessantes interview. die hälfte der fakten hab ich zwar irgendwo anders schon mal gelesen, aber nochmal in der form ist das fein.

ja und danke für's zerma an der stelle ma!!! das war meine erste begegnung mit dnb! war eigentlich wegen dem hip hop floor dort, aber diesen live dnb fand ich dermaßen interessant, obwohl ich tanzmäßig mit dem takt gar nicht klarkam :-)

jo und bei der lohrmannstraße hattest du also auch die hände im spiel. dort war ich total geflasht von dem big beat floor auf der einen 8 floor party das eine mal. nun ja viele wege führen nach rom;-) geile scheiße damals. hat man noch nachts/früh gefeiert als gäb's kein morgen. jetz is man viel zu vernünftig bzw. weiß zu viel um zu vergessen oder so. scheiß egal. wird mal wieder eine party kommen, die's so richtig rausreißt. rock on


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Beitrag Verfasst am: 23.12.09 11:12   » zitieren  

Titel: -  
Martin Hoffmann hat Folgendes geschrieben:
.. aso, dachte schon das wäre DEIN zopf
 

das sind eindeutig
IHRE arschhaare..


Mett-Meister's Schweine-Nougat ist das Geilste!
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Beitrag Verfasst am: 28.12.09 23:19   » zitieren  

Titel: -  
"Kaum einer kennt den Laden und die, die ihn kennen, behalten es für sich.
"

wovon ist hier die rede weiß einer mehr :D `?


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Beitrag Verfasst am: 17.01.10 00:24   » zitieren  

Titel: -  
*zückt das rote Telefon* .."Informiert Tokio - wir haben einen Spitzel..."

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