Die beiden Dresdner Produzenten und Djs Fiasko und Steve.e geben uns diesen Monat einen einblick in ihre Herangehensweise beim arrangieren von Tracks. Ausgangspunkt war ein Remixcontest von Soul:R, bei dem die Lynx und Kemo Single "Global" geremixt werden sollte. Alle Infos zum Kontest bekommt ihr hier.
Den vorgegebenen Tune könnt ihr euch hier anhören.
Steve.e! über seinen Globals Dubstep Remix
Ausgangsmaterial: - Ein Samplepack von Lynx und Kemo mit einer Vocal-Spur, einer Bassline-Spur und einer Effekt-Spur (WAV)
Produktionsumgebung: - 1 Laptop, Ableton Live, diverse integrierte Audioeffekte, Rob Papen Albino VST, Microkorg (HardwareSynth von Korg), Sennheiser HD-25
Herangehensweise: - Aufbau eines Dubstep-Grundbeats mit minimalitischem Charakter
Produktionsprozess:
- Einbau diverser Delay-Effekte innerhalb des Beats (besonders bei Snare und Hats) um einen leichten "dubbigen" Groove zu erzeugen. Über die Kickdrum hab ich nur einen sehr leichten Reverb gelegt, um sie nicht allzu steril wirken zu lassen.
- Jetzt wirds fummelig: Bässe und andere kleine Noises basteln. Hierfür nehme ich gern den Albino VST, da sich mit ihm sehr saubere und runde Sounds schrauben lassen. Außerdem hat dieses virtuelle Instrument, genau so wie der Microkorg auch, eine integrierte Effekteinheit, die sich beliebig routen lässt. Für besonders tiefe Sub-Basslines und Wobbles benutz ich vorrangig meinen Microkorg. Mit dieser Maschine bastel ich mir den gewünschten Sound zurecht, nehm ihn auf und passe das Sample dann als WAV in den Sequencer von Ableton Live ein.
- Nun kann man auch anfangen, die Vocal-Line (Original 175bpm) auseinanderzunehmen und der Geschwindigkeit anzupassen. In meinem Fall sind das 136bpm. Dies erwies sich als äußerst aufwendig, da beim simplen Herunterpitchen von Samples natürlich auch die Tonhöhe verändert wird. Um das zu vermeiden habe ich versucht, annähernd alle einzelnen Silben des Raps an das 136bpm-Raster anzupassen, indem ich sie mit dem integrierten Warpmechanismus auseinandergezogen, bzw. so zusammengeschoben hab, dass der Text bestmöglich seinen Flow beibehält. Nach dem dies mehr oder weniger erfolgreich geglückt ist, hab ich noch dezente Reverb-Effekte über die Vocals gelegt, um die Deepness noch etwas hervorzubringen. Dies hört man meines Erachtens nach auch sehr gut bei den Flüstersequenzen.
Nach ähnlichem Vorgehen hab ich auch die FX-Line eingefügt und etwas dem Ryhthmus angepasst. Dies geschah aber erst gegen Ende.
Große Probleme hatte ich mit der Bassline-Spur aus dem Original, da ich nicht so recht wusste, wie ich sie am besten in das Stück integriere. Ich hab sie dann einfach in zwei Verschiedenen Ausführungen in den Break eingepasst und darüber noch den Refrain aus dem Originalstück gelegt.
Um dem ganzen noch einen dezent experimentellen Schnitt zu verpassen, habe ich meine Drumline nochmal isoliert und als WAV-Sample über einige Passagen gelegt. Dieses Sample hab ich dann in mehrere Teile zerschnitten und einige dieser Teile entweder auf die doppelte Geschwindigkeit zusammengestaucht oder auf die halbe oder gar ein viertel der Geschwindigkeit auseinandergezogen. Besonders beim Auseinanderziehen können fantastische Sounds entstehen. (Nach dem selben Verfahren hab ich auch den kompletten Beat, nur etwas komplexer, in meinem Tune "Nowhere" gebastelt.).
Ganz zum Schluss hab ich mich noch entschieden, einen Kompressor im sogenannten "Sidechain"-Modus zwischen dem lauten Rap und dem gesamten Tune zu linken, um die Vocals nicht allzusehr zwischen den ganzen Synthies und Bässen untergehen zu lassen, d.h. wenn die Vocals wirken, dann übernimmt das Sidechaining eine Art Lautstärkeregulierungsfunktion. Dieses Modul habe ich aber nur dezent eingesetzt, da man irgendwann leicht zur Übertreibung neigt;-)
Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Ich hoffe, ich habe mich hier mehr oder weniger verständlich zu meinem Vorgehen geäußert.
Ausgangsmaterial -eine Tonspur vocals aus dem Original Lied
- eine Spur FX
- eine Bassline
Produktionsumgebung: - "Logic Pro", mit hauptsächlich dem Synthi "NI Massive", Sampler "NI Battery" und "Kontakt"
Herangehensweise: Zunächst habe ich mich gefreut endlich mal Vocals zu bekommen mit denen ich einen Track gestalten kann. Das war auch der Grund warum ich mitgemacht habe. Ob am Ende etwas für mich zufrieden stellendes rauskommt, wusste ich nicht und weiss es auch meistens vorher. Ich frickl einfach just 4 fun gern an so was rum :-)
Produktionsprozess:
Da mir die bereitgestellte Bassline nicht gefallen hat habe ich zuerst versucht diese nach meinem Wünschen zu verändern. Anschließend habe ich sie mit der Vocal Spur als Basis genommen um den Tune aufzubauen. Nach einigem hin und her und keinem richtigen Vorankommen änderte ich meine Arbeitsweise. Ich verzichtete zunächst auf die Vocals um sie zu einen späteren Zeitpunkt einzubauen. Bass und FX ließ ich komplett außen vor, da diese nicht zu meinen Vorstellungen passten. Nach eingängiger Bearbeitungszeit und einer vorhandenen Basis konnte ich die Vocals einfügen und mit dem Arrangement + Vocals experimentieren.
Gedauert hat diese Entwicklung bis zum fertigen Lied ca. 5/6 Wochen.
Soundtechnsich ist es letztendlich aufgrund meines fehlenden Wissens über Mastering, professioneller Produktion und technischer Mängel meinerseits (z.B.: fehlende Monitorboxen) jedoch noch lange nicht ausgereift ;)